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Erstkommunion zum Zweiten

die Organisatorinnen der Feier der Erstkommunion baten die Familien in der Kirche nicht zu fotografieren.

Dafür stellten Sie einen Fotografen ein, der die Feier begleitetete und der die Bilder der Feier für uns gratis (die Kirche bezahlt) zur Verfügung stellt. einzig die Portraitaufnahmen mussten bezahlt werden.

Und die Fotos sind wirklich schön geworden, die Feier war um einiges ruhiger, wenn nicht dauernd irgendwelche hochmotivierten Eltern besonders schöne Bilder von ihren Sprösslingen machen möchten.

 

Autsch

Der Kleintje war in eine Auseinandersetzung mit dem etwas grösseren Nachbarsjungen geraten und hat so ziemlich den kürzeren gezogen.

Es scheint, er hat das Trottinett des anderen Jungen an den Kopf gekriegt und irgendwie noch Schürfwunden am Bauch.

Die ganze Kindernachbarschaft war entrüstet und hat ihn erst heimbegleitet bevor sie sich auf die Suche nach dem Täter machten. Diesem war die Sache dann auch nicht mehr geheuer und er hat sich am Abend zuerst bei Alain und dann am nächsten Tag dann auch beim Kleintje entschuldigt. Ganz klar ist uns der Ablauf bis heute nicht, aber es war wohl wirklich nicht ganz richtig, was der Nachbarsbub da geboten hatte. Hoffen wir, dass es ihm eine Lehre war, denn er wurde so wie es scheint mit einem Trottinett-Verbot bestraft, was er wohl nicht sehr toll fand.

Junior hat sich am Abend sehr rührend um den Kleintje gekümmert, welcher wohl haarscharf an einer Gehirnerschütterung und einem Loch im Kopf vorbeigeschlittert ist. Er durfte die Nacht bei uns im Bett verbringen, damit wir ihn gut beobachten konnten.

Es ist wohl noch einmla sehr glimpflich ausgegangen. Ausser einem Schrecken bleibt nichts zurück. Bloss hat der Kleintje nun wohl ziemlich Angst vor dem Nachbarsjungen…

4 Jahre Kleintje

4 Jahre bei uns und schon gar nicht mehr wegzudenken, wie der Alltag ohne dich wäre.

Mein kleiner Mann, Du hälst uns definitiv auf Trab. Du willst so gerne schon so gross sein, wie Deine Geschwister und findest es dann gar nicht lustig, wenn wir dir sagen, dass du dafür noch zu klein bist.

Du liebst Deine Geschwister sehr und kannst ganz wunderbar mit ihnen spielen aber auch ganz wunderbar mit ihnen streiten. Vorallem wenn ihr zu dritt spielt, geht es oft nicht lange, bis jemand die Geduld verliert und sich ausklinkt.

Aber irgendwie ergeben sich immer wieder andere Spielkombinationen und wenn ihr eigentlich ins Bett müsstet, könnt ihr erstaunlicherweise ganz friedlich und sehr lange miteinander spielen!

Du hast eine beste Freundin und seit kurzem auch einen neuen Freund, der zu uns ins Quartier gezogen ist. Mit Deiner Freundin kannst Du wunderbar spielen. Bei ihr zuhause spielt ihr viel mit den Barbie-Puppen oder dann macht Ihr Rollenspiele. Hier bei uns spielt Ihr Feuerwehr und Polizei oder mit den Hunden der PawPatrol, welche bei Dir seit längerem hoch im Kurs sind. Zwischendurch streitet ihr euch wieder, aber das ist meist nicht von langer Dauer.

Mal sehen, was der Sommer bringt, denn deine Freunde gehen beide in den Kindergarten, während du wohl noch eine Jahr hier bei mir bleiben wirst. Die Entscheidung ist zwar noch nicht ganz definitiv gefallen, denn solltest Du bis zu den Sommerferien Deine Windeln loswerden, überlegen wir uns die Entscheidung nochmals. Das haben wir mit dem Schulsekretariat mal so abgemacht.

In der Kinderkrippe hast Du auch beste Freunde und mit denen gehst Du wohl durch dick und dünn. Auch Deine Betreuerinnen sind Dir ans Herz gewachsen und Du hast sie schon lange mal eingeladen, sie sollen Dich Zuhause besuchen und dann mit Dir in deinem Zimmer übernachten.

Das Laufradfahren hast du nun definitiv für Dich entdeckt und du lässt es mittlerweile gerne sausen. Dann nimmst Du die Beine hoch und fährst in einem recht zügigen Tempo den Hügel runter.  So bin ich mittlerweile mit Dir beim einkaufen recht schnell unterwegs. (Ausser Du willst Dich lieber auf dem Boden wälzen, das gibt es leider auch noch sehr oft)

Du schläfst in Deinem Hochbett, das findest Du immer noch sehr cool. Als ich im Spital war, musstest Du üben ganz alleine rauf und runter zu klettern. Das machst Du immer noch sehr toll. Manchmal schleichst Du Dich so nachts zu uns und wir merken erst, wenn Du Dich an uns kuschelst, dass Du da bist.

Du kannst toben und wüten, dass die Fetzen nur so fliegen, wenn etwas nicht so geht, wie Du es gerne hättest. Oder wenn wir dir mal wieder etwas nicht erlauben. (sei es die Schokolade vor dem Essen oder das heissersehnte Tablet mit den Spielen drauf). Aber nach einer gewissen Zeit, wenn Du Dich wieder beruhigt hast kommst du kuscheln und überhäufst uns mit Küssen… 🙂 und alles ist wieder gut.

Mein kleiner Mann, wir lieben Dich sehr.

Mami

Dreikönigstag

Spannend war es diesmal. Denn am Mittag waren noch diese zwei Stücke übrig. Es hatte für jeden zwei Stücke am Kuchen gehabt. Und diese zwei waren noch das zweite Stück für den Kleintje und für den arbeitenden Alain. Die Kinder liessen den Kleintje noch ein Stück auswählen und haben Alains Stück zum Dessert genommen. Und eh voilà da war er gekürt, in Abwesenheit, der König. Im letzten Stück war er drin gewesen.

Der König nahm die Wahl in Abwesenheit wahr, die Krone jedoch wurde den ganzen Tag vom Kleintje rumgetragen.

Unter dem Messer

Oh, Mann war ich nervös, als ich mich am 8. Dezember in der Andreasklinik einfinden musste. Gottseidank hat Alain mich begleitet, das war eine grosse Hilfe.

Wir mussten erst noch eine Weile warten, da sie noch Notfälle zu operieren hatten. Dann war es aber langsam soweit und ich bekam eine Tablette (keine Ahnung mehr was für eine), die machte mich sehr relaxed und alles war mir ziemlich gleichgültig. Eine coole Sache! Und schon wurde ich mit dem Bett in den Operationssaal geschoben. Alain konnte bis ins Vorzimmer mit. Dort habe ich noch ein paar Worte mit der Operationsschwester gewechselt und dann war ich auch schon weg. Die Narkose wirkte sehr schnell.

Ich hatte ganz wunderbar geträumt, dass weiss ich noch, dann wurde ich von mehreren Personen geweckt und in ein anderes Zimmer geschoben und dann habe ich immer wieder Lücken in meiner Erinnerung. Ich glaube es dauerte fast zwei Stunden, in denen ich immer wieder für 10 Minuten eingeschlafen bin und immer wieder erwachte. Ein Pfleger hat mich immer wieder nach meinen Schmerzen gefragt. Ich hatte im Vorfeld gesagt, dass ich nicht so gut mit Schmerzen umgehen kann und so hatten sie für mich ganz starke Schmerzmittel bereit gemacht. Die brauchte ich aber diesmal nicht.

Dann wurde ich in mein Zimmer verlegt, wo ich meine Bettnachbarin für die nächsten paar Tage kennenlernen durfte. Mir ging es am Donnerstagabend eigentlich recht gut und so sind sogar Alain und die Kinder kurz vorbeigekommen.

Die Hysterektomie-Operation konnte lapraskopsich gemacht werden. Das war wohl nach Angabe des operierenden Arztes sehr knapp gewesen. Aber ich war sehr froh darum, musste so doch nicht soviel aufgeschnitten werden.

Was ich aber nicht wusste bzw. vorher nicht genau begriffen hatte, durch diese Operationsmethode wird der Bauch mit Gas gefüllt, damit sie Platz zum Arbeiten haben. Dieses Gas wird zwar mehr oder weniger wieder abgesogen, aber ein Rest bleibt drin. Und dieses Gas muss irgendwie wieder raus. Zum einen musste ich dauernd “furzen”, der Rest ist im Körper hochgestiegen und verursachte in Schultern und Brustbereich so etwas wie ein Muskelkater. Am Freitagmorgen um vier bin ich dann erwacht, weil ich plötzlich so starke Schmerzen im Brustbereich hatte, dass ich nicht mehr atmen konnte. Das war ziemlich beängstigend. Sie haben mir dann starke Schmerzmittel gegeben und so wurde es dann erträglicher. Nur habe ich die Schmerzmittel nicht so gut vertragen und an Essen war nicht mehr zu denken, es war mir sogar so schlecht, dass ich mehrfach erbrechen musste…

Ab dem Samstag ging es mir dann aber schon viel besser. Jetzt konnte ich mich ausruhen und erholen. Ich hatte mir meine Häkelnadeln und Wolle mitgenommen, damit ich für die Tochter eine Kappe häkeln konnte.

Das war eine gute Idee. So waren meine Hände immer beschäftigt.

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Alain und die Kinder kamen mich jeden Tag besuchen, das war sehr schön.

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Am Samstag wurde meine Bettnachbarin entlassen und ich bekam ein neues Gschpänli. Eine eher ältere Dame, welche eine neues Hüftgelenk bekam. Am Anfang dachte ich, das wird harzig, aber wir haben uns gut aneinander gewöhnt und die Dame (die mich bis zuletzt immer gesiezt hat) hat mir glaub ihr ganzes, ziemlich turbulentes Leben erzählt. Das war noch recht spannend. Ich habe ihr dafür ein wenig geholfen, da ich doch schon viel mobiler war.

Am Sonntag hatte ich eine Menge Besuch, da war ich am Abend ziemlich erledigt. Ich musste noch bis Montag bleiben, da es immer wieder zu Blutungen kam. Aber am Montag durfte ich dann nach Hause. Meine Schwester hat mich im Spital abgeholt und nach Hause begleitet.

Zuhause wurde ich dann mit einem grossen Gabentisch erwartet. So schön!

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Ich muss mich nun noch gut schonen und erholen, aber das kommt gut!

Ich danke allen für ihren Besuch, für die vielen Geschenke und die lieben Zusprüche. danke tusigmal!

Weihnachtsvorbereitungen mal etwas anders

Es ist sehr ruhig gewoden im Blog, ich weiss. Es war etwas gar turbulent in letzter Zeit. Aber das gehört im Familienleben halt dazu. Es kommen wieder ruhigere Zeiten, da bin ich mir sicher.

Ich habe mir die Entscheidung nicht leichtgemacht. Gab es doch so viele Faktoren zu bedenken. Aber nun gibt es kein zurück mehr:
Ich werde mich im Dezember einer Hysterektomie-Operation unterziehen. Die Gründe werde ich hier nicht weiter erläutern.

Nun gilt es aber eine Menge zu bedenken. Erstens bin ich da eine Weile im Spital und zuhause muss es weiter funktionieren. Da sind Alain und auch die Kinder dann sehr gefordert. Und dann bin ich eine Weile krankgeschrieben und sollte mich richtig schonen. Das wird dann wohl eine ziemliche Herausforderung für uns alle.

Gottseidank habe ich eine so tolle Familie und eine liebe Nachbarschaft. Soviel Hilfe ist mir schon zugesichert worden. Jetzt gilt es die Angebote nur noch anzunehmen und zu koordinieren 🙂 danke tusigmal an alle!

Meine Advenstzeit ist gedanklich eingeteilt in vor und nach OP-Zeit. Es gibt noch soviel vorzubereiten, denn Weihnachten findet trotzdem statt. Und wird wohl schon etwas anders als die letzten Jahre, aber soll trotzdem schön werden. Die Kinder haben ihre Geschenke gebastelt, Junior und ich haben schon mal ein wenig dekoriert, die Wunschlisten der Kinder stehen soweit fest (werden aber immer noch über den Haufen geworfen :-))

Ich hoffe wirklich, dass wir trotzallem eine wunderschöne hoffentlich ruhige Weihanchtszeit erleben können.

Follonica, Toscana mit Hindernissen

Ach, wie haben wir uns auf unsere Ferien mit dem Kleintje-Götti gefreut. Die Kinder konnten es kaum erwarten, dass die Fahrt in der Nacht vom Freitag auf den Samstag endlich losgeht.

Die Woche vor den Ferien war nochmals so richtig anstrengend. Viele Termine standen an, und es gab noch soviel zu erledigen. Und dann fing auch noch der Kleintje an zu husten. Es verging kein Tag und das berühmt berüchtigte Bellen und Pfeifen stellte sich ein. Am Freitag vor den Ferien bin ich darum noch zum Arzt mit ihm, damit ich beruhigt in die Ferien fahren kann.

Die Ärztin bestätigte meine Diagnose, es sei eine Bronchitis. Sie haben dann noch sein Blut kontrolliert und es zeigten sich ganz leichte Entzündungswerte. Aber überhaupt nicht besorgniserregend, meinte die Ärztin. Wir sollen immer gut inhalieren, dann sollte es gut werden (so wie die letzten Male auch schon)

Also packten wir unseren Plunder und losging die Fahrt in Richtung Süden. Ich hatte unsere Milchkaffees für die Fahrt noch in der Küche stehen lassen, aber sonst hat alles ganz prima geklappt.

In einer Raststätte in Italien haben wir dann auch die Familie des Kleintje-Göttis getroffen. Gegen Mittag kamen wir dann in Follonica an, und wir haben gleich mal als erstes dem Strand einen Besuch abgestattet.

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Die Jungs haben sogleich begonnen im Sand Burgen zu bauen während wir es uns im Strandrestaurant gemütlich machten und uns erst mal ein Zmittag gönnten.

Dann galt es die Bungalows zu beziehen. Unsere beiden zusammengebauten Bungalows lagen direkt am Meer! Nur eine kleine Mauer trennte uns vom Strand. Die Kinder und wir waren alle sehr begeistert. Auch die Ausstattung der Bungalows war sehr zufriedenstellend. Einzig eine Kaffeemaschine fehlte zu unserem Glück 🙂

img_3935Den Sonntag haben wir dann mehr oder weniger am und im Meer verbracht, das Wetter meinte es gut mit uns, und so waren die Kinder fast nicht mehr aus dem Wasser zu kriegen.

Es wurde im Sand gebaut, was die Schaufeln hergaben. img_3770 img_3776 img_3891_2 img_3903

Der Kleintje war aber leider gar nicht fit. Er hatte immer leichtes Fieber und der Husten wurde immer schlimmer. Das Atmen fiel ihm sichtlich schwer und so entschieden wir, dass wir am Montag morgen gleich ins Notfallzentrum nach Follonica fahren. Gottseidank hat mich Brigitte ins Spital begleitet, ohne sie wäre ich sprachlich wohl sehr aufgeschmissen gewesen. Wir haben dann irrtümlicherweise erst am falschen Ort gewartet bis wir den richtigen Notfall entdeckten. Aber dann ging alles rasend schnell und ehe ich mich richtig versah, sass der Kleintje völlig verkabelt auf meinem Schoss während eine Ambzulanz uns mit Sirene und Blaulicht nach Grossetto ins Krankenhaus fuhr. Warum das mit Blaulicht gehen musste, ist mir immer noch nicht klar, auf jeden Fall wurden wir auf den italienischen Strassen etwa 40 Minuten lang so richtig durchgeschüttelt.

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Im Spital wurde der Kleintje dann gleich untersucht und die Ärzte baten um eine Röntgenaufnahme. Der Kleintje hat das alles recht gut mitgemacht. Die Röntgenaufnahme war dann zwar nicht wirklich eindeutig. Es deute aber alles auf eine Lungenentzündung hin. Und so entschieden wir, dass wir mit einer Antibiotika-Behandlung beginnen. Das fand der Kleintje dann aber gar nicht mehr cool. Das Antibiotika nahm er gar nicht oder erbrach es gleich wieder. Und sein Sauerstoffgehalt im Blut sank immer weiter, sodass sie uns nahe legten, die Nacht dort zu verbringen, damit sie dem Kleintje Sauerstoff geben können. Also haben der Kleintje und ich ein Bett auf der Kinder-Notfallstation bezogen. Alain hat sich derweil auf den Weg nach Follonica gemacht um uns Sachen für die Nacht zu holen. (45 Minuten Weg in eine Richtung!) Der Kleintje-Götti fand das dann auch etwas zu viel und bat sich als Bote an. Unter meiner Anleitung hat er alles in unserem Bungalow zusammengepackt, das wir brauchten, und es uns nach Grossetto ins Spital gebracht (so lieb, danke tausendmal, ihr seid uns so eine wunderbare Hilfe und Stütze gewesen!)

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Dieser Monitor hat uns dann eine lange Weile begleitet. Damit wurde die Sauerstoffsättigung im Blut gemessen. Und immer wenn der Wert unter 90 fiel, hat es einen Alarm ausgelöst. Ohne Sauerstoffzugabe fiel beim Kleintje der Wert bis unter 80 sodass wir  auf eine Nacht mit Sauerstoffmaske vorbereitet wurden.

Und da der Kleintje die Antibiotika am späten Abend auch nicht bei sich behalten konnte und mittlerweile ziemlich dehydriert war, entschieden wir uns eine Infusion zu machen und gleichzeitig auch noch sein Blut zu untersuchen, damit wir sicher waren betreffend der Lungenentzündung. Das war das Schlimmste, und ich wusste ja von Kreta, dass das kein Zuckerschlecken wird. Also habe ich den Kleintje so gut es geht darauf vorbereitet und ihn während des Stechens keine Minute aus dem Armen gelassen. Es hat ihm sehr weh getan und ich habe dabei geheult als würden sie mir wehtun. Ganz, ganz übel war mir danach.

Aber die Ärzte haben das gut gemacht, auf Anhieb richtig gestochen und die Infusion sass. Jetzt konnten wir zum einen Flüssigkeit geben und aber auch ein Antibiotika verabreichen. Die Blutwerte haben dann die Diagnose bestätigt: der Kleintje hat sich eine Interstitielle Pneumonie geholt. Um 22.00 Uhr kehrte dann auf der Station Ruhe ein und wir versuchten auch ein wenig zu schlafen. Ich schlief im gleichen Bett wie der Kleintje und musste mich zwischen all den vielen Schläuchen zurechtfinden.

Immer wieder kam eine Schwester zur Kontrolle oder zum Inhalieren oder zum Wechseln der Infusion. So war ich dann am Morgen nicht wirklich ausgeruht. Aber sie haben uns zumindest bis 8 Uhr schlafen lassen.

Der Vormittag war dann ziemlich schwierig. Der Kleintje war mittlerweile ziemlich traumarisiert und wollte nur noch raus, aber sein Sauerstoffwert ohne Zugabe von Sauerstoff wurde einfach nicht besser. Kaum hatten wir die Maske weg, sank der Wert wieder unter 90. Der Kleintje weinte fast nur noch und lag nur noch traurig auf mir. Da hat Alain drüben in Follonica die Kinder gefragt, ob sie zum Kleintje mitkommen wollten. Und so sassen dann am Mittag beide Grossen beim Kleintje im Bett und das Erstaunlichste daran war ja, kaum waren alle Familienmitglieder da, ging es dem Kleintje besser. img_3803

So verbrachten wir alle gemeinsam den Nachmittag im Krankenhaus. Ich habe dann mal eine Runde draussen ums Spital gedreht um ein wenig Ruhe und frische Luft zu kriegen. Als ich wieder zurück war, war Alain am Telefon auf englisch am diskutieren. Ich dachte mir gar nichts dabei, dachte es sei etwas geschäftliches, aber Alain erzählte mir dann, dass er am Vorabend auf dem Rückweg nach Follonica einen Stein in die Frontscheibe des Autos bekommen habe und dass es da nun einen Riss habe. Er telefoniere nun gerade mit der Firma, die eine Ersatzscheibe für uns liefere!

Irgendwie konnte mich das dann aber nicht mehr aus der Bahn werfen. Ich sah, dass es dem Kleintje besser ging und das war für mich da das Wichtigste, alles andere hatte ich ziemlich ausgeblendet. Am Morgen hatte ich mir noch überlegt, auf schnellstem Weg zurück in die Schweiz zu fahren, jetzt musste ich dem Kleintje versprechen, dass wir zurück ans Meer fahren.

Und so wurden wir am Abend entlassen. Der Kleintje musste nun einfach dreimal am Tag seine Medikamente nehmen und gut inhalieren. Das war dann noch ein zäher Kampf, aber dank Alains Geduld und gutem Zureden mussten wir nur die ersten beiden Male das Antibiotika in den Mund spritzen, nachher nahm er es selber. Es dauerte immer ewig und es war mit viel Weinen und Protest verbunden, aber er hat es geschluckt.(Smarties haben da eine wichtige Rolle gespielt)

Die letzten Tage liessen wir dann noch ruhig angehen. Leider haben Alain und Junior nicht eine Biketour mitmachen können. Entweder waren wir im Spital, mussten vor Ort sein, weil die Frontscheibe des Autos ausgewechselt wurde, oder die Tour wurde wegen schlechtem Wetter abgesagt. Aber wir haben jeden Abend ganz fein auswärts gegessen. Die Kinder haben einmal die Kinderpizza mit Pommes und Würstchen darauf probiert und sich dann besseren Essgewohnheiten zugewandt. Wir haben uns alle einmal durch die toskanische Küche gegessen und ich habe das sehr genossen.

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und wir haben noch ausgiebig Sandburgen gebaut und im Meer gebadet. Alain hat dann mit Junior zusammen sogar noch eine Kugelbahn mit Tunnel gebaut.

Am Donnerstag hat es geregnet und so haben wir eine Ausflug ins wunderschöne Städtchen Massa Maritima gemacht. Es war aber schon ziemlich ausgestorben um diese Jahreszeit. Schade, nichtsdestotrotz konnte man den Charme spüren.

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Am Freitag kam dann Föhn auf, ein richtiger Föhnsturm bahnte sich an. Es war herrlich warm und das Meer brachte hohe Wellen an den Strand. Die Kinder fanden es grossartig und waren ausgiebig beschäftigt.

Ich hätte den ganzen Tag am Strand sitzen können und die Wellen beobachten und dem Rauschen zuhören können. Aber es hat immer mal wieder heftig geregnet, sodass wir auch Zeit im Bungalow mit Lesen und Spielen verbrachten. uwie4021 img_3850_2 img_3851 img_3921

Am Samstag ging es dann wieder nach Hause. Es hatte viel mehr Verkehr als bei der Hinfahrt, aber unser Driver hat uns sicher nach Hause gefahren. Ich war froh, dass er genug Energie hatte für die ganze Strecke, ich war erschöpft und müde.

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Abschliessend lässt sich sagen, die Ferienanlage Golfo del Sole ist wirklich toll. Die kleinen 2 1/2 Zimmerbungalow haben uns genügend Platz geboten, die Lage direkt am Meer ist atemberaubend und die Anlage bietet wirklich viel. Wer weiss, vielleicht sind wir wieder einmal dort anzutreffen, beim nächsten Mal ohne Ausflug nach Grossetto!

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7 Jahre Junior

Ach was hast Du Dich entwickelt im letzten Jahr. Du bist so viel grösser geworden und bist nun endgültig schulreif.

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Du hast ein paar sehr gute Freunde und die Zeit mit ihnen zu verbringen geniesst Du immer sehr. Es ist lustig euch zu beobachten und zu sehen wie ihr zusammen Sachen ausheckt und dann mit viel Spass ausprobiert. Mit deinem besten Freund kannst Du stundenlang Lego bauen. Ihr sitzt dann ziemlich ruhig nebeneinander am Boden in unserem Legozimmer und baut an irgendwelchen coolen Sachen herum. Und dann müsst ihr euch immer gegenseitig eure Fortschritte kommentieren und zeigen. 🙂

Du bist ein richtiger kleiner Lausbub geworden. Langsam wird auch Dein Radius grösser und Fu gehst mittlerweile ganz alleine zu Deinen Freunden mach Hause. Oder Ihr trefft Euch draussen um Streiche auszuhecken oder einfach um zu spielen.

Du liebst es mit dem Velo unterwegs zu sein. Wenn Alain Dich zum Biken mitnimmt, bist Du sehr, sehr glücklich. Dann ist keine Steigung zu steil um nicht von Dir erzwungen zu werden. Es ist so cool zu sehen, wie Du auf deinem Bike zu einem ganz anderen Kind werden kannst. Du bist sonst eher kritisch, vorsichtig und manchmal etwas pessimistisch. Aber auf dem Velo wirst Du so glücklich, das ist wunderschön zu erleben.

Du isst wie ein “Scheunendrescher”. Egal was ich koche, Du isst es. Es ist so dankbar für Dich zu kochen. Im Gegensatz zu Deiner grossen Schwester, die jede noch so kleine Zweifel in der Sauce findet, schöpfst Du Dir sehr grosszügig und isst Deinen Teller meist leer. Wir wissen bloss nicht, wo Du die ganze Energie hinsteckst, denn Du besteht bist immer noch ein sehr hageres kleines Männchen. Wenn Du mal krank wirst, können wir an Dir fast alle Rippen abzählen, das finde ich dann jeweils sehr beängstigend.

Du bist ein toller grosser Bruder. Du kannst stundenlang mit dem Kleintje spielen. Mittlerweile darf er Dich sogar ganz nach oben zu den kleinen Lego begleiten, das findet der Kleintje natürlich toll.

Manchmal ärgert ihr euch auch oder zankt euch das die Fetzen fliegen, aber wenn es hart auf hart kommt, kann sich der Kleintje hundertprozentig auf Dich verlassen.

Deine grosse Schwester ist ein wichtiger Anker in deinem Leben. Du schaust Dir viel von Ihr ab und lässt Dir auch immer mal wieder von Ihr helfen. Eure Interessen gehen zwar mittlerweile sehr auseinander, aber ihr könnt euch immer noch gut zusammen beschäftigen. Entweder bastelt oder malt ihr zusammen, oder ihr baut euch irgendwo ein Hütte in die ihr dann möglichst viel Spielzeug schleppt.

Nach den Sommerferien kommst Du in die erste Klasse. Ach was warst Du nervös, bis endlich de rBrief mit der Klassenaufteilung kam.  Wie erleichtert Du warst, als Du merktest, dass Deine besten Freunde zusammen mit Dir den Start in die Schule machen werden. Du bist nun immer noch ein wenig nervös, aber auch sehr, sehr stolz nun langsam zu den Grossen zu gehören.

Wir auf jeden Fall sind schon sehr gespannt darauf, wie es dann sein wird mit einem Erstklässler zuhause.

Junior wir lieben Dich sehr!

Dein Mami