7 Wochen

Du bist richtig gross geworden seit der Geburt. Und es ist spannend Dich zu begleiten. Täglich lernst Du Neues dazu.

Was Dich im Moment auszeichnet:

Ausdrucksstärke: Dein Lächeln zieht auch noch den grössten Skeptiker in seinen Bann. Wenn Du lächelst, lacht der Himmel und Deine Verehrer schmelzen nur so dahin. Auch sonst verstehen wir Dich immer besser. Wir wissen langsam wann Du Hunger, eine volle Windel oder Bauchweh hast oder einfach müde oder gelangweilt bist.

Koordination: Die Koordination Deiner Hände wächst langsam. Du schaffst es teilweise schon selber Deinen Schopen zu halten (wohl eher Zufall). Oder Du lutscht neu an Deinem Daumen.

Selbstständigkeit: Mittlerweile kannst Du Dich schon eine gewisse Zeit selber beschäftigen. Du liegst dann jeweils jauchzend und gurrend auf der Strampeldecke und beobachtest Dein Umfeld. Oder Du schaust gebannt die Bäume an, die sich Dir beim Spaziergang zeigen.

Ausdauer: Mittlerweile schläfst Du doch schon von 23.00 Uhr bis 3:30 Uhr durch. Das ist doch schon eine rechte Steigerung.

Interresse an Kunst: Vorallem das Bild Deiner Cousine Sonja hat es Dir angetan. Es ist aber auch so schön rot und kräftig gemalt. Aber auch unser Wohnzimmerbild von Othmar scheint Dir zu gefallen. Du schaust bei unseren Spaziergängen gebannt darauf.

Schönheit: Natürlich bist Du die Schönste. Aber da sind wir wohl etwas voreingenommen.

Liebreiz: Seit es dir langsam etwas besser geht mit Deiner Verdauung überzeugst Du unseren Besuch mit Deinem Charme.

Gewusst wie

Um dem immerwiederkehrenden Staub auf dem Laminat beizukommen ist mir eine glorreiche Idee gekommen. Während Deiner abendlichen Krise willst Du herumgetragen werden. Und zwar so, dass Du etwas siehst. (Das heisst Tragtuchvariante ist nicht möglich). Jetzt stelle ich mir halt jeweils den Swiffer bereit, und stosse ihn mit einer Hand durch die Wohnung. Nach etwa einer halben bis einer Stunde bist Du eingeschlafen und meine Böden sind staubfrei!

Yin und Yang

Wie in Wikipedia beschrieben bezeichnen Yin und Yang die komplementären Elemente des Lebens. Die komprimierte Version des Yin und Yang habe ich die letzten beiden Tage erlebt.

Gestern hast Du mich fast zur Verzweiflung gebracht. Du hast von morgens früh um fünf (nachdem Du etwa um 23.45 Uhr eingeschlafen warst) bis abends um 21.00Uhr nur in ganz kurzen Zeitabschnitten geschlafen. Und das auch nur wenn ich entweder Auto gefahren oder Dich mit dem Kinderwagen herumgestossen habe.

Zusätzlich hast Du am Nachmittag 1,5 Stunden zu früh (nach meiner Zeitrechnung) Hunger gekriegt, was Du mir lauthals und nicht beruhigbar mitgeteilt hast auf dem Weg vom Beldona nach Hause (bei strömendem Regen und im Bus). Da ich noch die Einkäufe in der einen Hand zu transportieren hatte, konnte ich mir keinen Schirm aufspannen. Somit kam ich ziemlich durchnässt und Du ziemlich genervt zuhause an. Ich konnte nur noch alles hinwerfen um mich erst mal um Deine Nahrung zu kümmern. Prompt liess sich das Gefäss mit der Milch partout nicht öffnen und mir erschien die Zeit bis die Nahrung endlich warm wurde wie eine kleine Ewigkeit. Du hast dann ziemlich hastig getrunken und nachher prompt wieder mit Blähungen gekämpft. Und genau an dem Tag war Alain seit langem wieder mal ins Fitness gegangen, was hiess, dass ich Dich noch bis halb sieben durch die Wohnung getragen habe. Dann war ich ziemlich erledigt und musste erst mal zwei Stunden Schlaf nachholen.

Aber was solls, das ist Schnee von gestern! Denn heute warst Du ein ruhiges, ausgeglichenes Baby, das den grössten Teil des Tages entweder geschlafen oder verzückt irgendwelche Lichtquellen angeschaut hat. Es tat so gut zu sehen, dass es Dir gut geht. Und Du scheinst den Tag auch genossen zu haben, was Du mir vorhin mit einem zufriedenen Seufzen mitgeteilt hast.

Wellness

Heute haben wir das, was wir am letzten Samstag im Babymassagekurs gelernt haben, zum ersten Mal umgesetzt. Und siehe da, es scheint Dir gut getan zu haben. Du liegst auf jeden Fall im Moment entspannt in der Hängematte.

Okay, Du hast gestrampelt was das Zeug hält. Aber ich dachte, solange eher Verzückungslaute aus Deinem Mund kommen, mache ich weiter. Ich weiss nicht ob Du Spass am nackt Herumstrampeln, an der Wärme der Wärmelampe oder aber an meiner Massage hattest. Die Belohnung kam dann am Schluss. Wie am letzten Samstag auch hast Du mich zu guter Letzt noch vollgepinkelt.

Say Cheese …

Jetzt ist es offiziell: Ab heute lächelt Liliane 🙂

Bereits seit einigen Wochen behaupten verschiedenste Verwandte, Bekannte und Freunde, dass sie von Liliane angelächelt wurden. Wir waren bis anhin der Meinung, dass es entweder nicht bewusst war oder eher ein gequältes Lächeln war, welches bei einer Anstrengung ihrerseits erschien.

Heute aber hat sie ihre Gotte entspannt und (unserer aller Meinung nach) bewusst angelächelt. Leider hatten wir in dem Moment keine Kamera auf sie gerichtet, es könnte aber so ausgesehen haben.

Smile

Rundkurs

Ich wusste es schon lange: Geduld ist nicht meine stärkste Eigenschaft. Wobei ich mir eigentlich nie sicher war, ob das negativ zu bewerten ist. So bin ich halt. Momentan lerne ich aber auch noch diese Lektion des Lebens. Liliane gibt hier eindeutig das Tempo vor, sei es beim Einschlafen oder beim Füttern. Und ich lerne: Ist sie glücklich, bin ich glücklich; oder noch besser: Ist sie unglücklich, bin ich sehr unglücklich!

Wir gewöhnen uns aber wirklich Woche für Woche besser an uns und lernen die Signale von unserer Tochter auch immer besser deuten. Seit einer knappen Woche haben wir das Gefühl, dass sie immer mehr Tag und Nacht wahrnimmt, was sich darin zeigt, dass sie meistens öfters in der Nacht einmal einen 6-Stunden-Rhythmus anschlägt. Das ist doch was! Momentan sieht unser Vorabendablauf so aus, dass wir sie gegen 22 Uhr (oder 23 Uhr, je nach Tag) nochmals füttern und sie dann in den Schlaf wiegeln, was sie danach mit einer langen Schlafphase quittiert und dann erst gegen 4 Uhr (oder 5 Uhr, je nach Tag) wieder hungrig wird und sich meldet.

Die Crux liegt hier beim ‘in den Schlaf wiegeln’. Nach erfolgter Fütterung und ‘Görpsli’ (selbstverständlich die Verniedlichung – weshalb, weiss ich allerdings auch nicht) tigere ich mit ihr in unserer Wohnung rum und versuche sie zum einschlafen zu bringen. Was übrigens auch meistens gelingt, aber halt etwas Zeit braucht.

Dabei hat man viel Zeit und so begann ich mir die eine Frage zu stellen und deswegen zu rechnen.

Momentan wiegle ich sie im Durchschnitt so eine halbe Stunde, bis sie einschläft. Damit dies auch gelingt, wandere ich durch unsere Wohnung. Durch die Dunkelheit, die Nähe zu mir und das andauernde Hin & Her schliesst sie dann jeweils die Augen und entspannt sich zusehends. Wer unsere Wohnung kennt, weiss, dass wir eine offene Küche haben und dementsprechend ist mein möglichst montoner Gang durch die Küche und danch durch das Wohnzimmer wieder zurück. (Übrigens, ein interessantes Detail hier ist, dass ich im Normallfall Rechtsläufer bin und nur im Ausnahmefall, wenn der Fernseher an ist, links herum gehe. Weshalb weiss ich noch nicht…).

Mitgezählt (ihr wisst schon: 21-22-23-usw.) benötige ich etwa 12 Sekunden pro Runde (rechnet sich so auch gut), was dann auf eine halbe Stunde hochgerechnet 150 Runden entspricht. Dabei lege ich geschätzte 10m pro Runde (bei 12 Sekunden pro Runde wären das dann 0.8 m/s oder 3km/h, also langsames gehen) zurück und erreiche so am Abend also 1500m, welche ich im Rundkurs abspule. Rechne ich das bis Ende Jahr hoch, komme ich bei angenommenen 5 Abenden pro Woche und verbleibenden 20 Wochen (die jetzige eingerechnet, da ich ja auch schon seit Anfang der Woche laufe) auf 150km Laufweg. Wow!
Bei geschätzten 15 Schritten pro Runde wären das 2250 Schritte/Abend oder hochgerechnet bis Ende Jahr 225’000 Schritte.

Liliane wiegte vor einer Woche ca. 4.3kg und soll pro Woche zwischen 150 und 200g zunehmen. Da sie bereits im ersten Monat etwas über dem Durchschnitt an Gewicht gewonnen hat, gehe ich jetzt (hypothetisch) davon aus, dass sie in 20 Wochen so gegen 8kg wiegen soll. Da wir fünfe gerade sein lassen wollen, nehme ich als Durchschnittsgewicht 6kg an was bedeutet, dass wir zusammen ca. 85kg aufbringen.

Da ich Liliane ja trage, verteilt sich dieses Gewicht jeweils pro Schritt auf einem meiner Füsse. Mit Schuhgrösse 42 ist mein Fuss gemäss Wikipedia ca. 26cm lang und von mir geschätzte 10cm (vorne) und 7cm (hinten) breit. Zur Vereinfachung gehe ich hier von einem gleichschenkligem Trapez aus und mit der Flächenformel für jenes (Flächenformel gleichschenklikes Trapez) erhalte ich eine Fläche von 221 cm2. Da ich weder trapezförmige noch Plattfüsse habe, gehe ich davon aus, dass die Auflagefläche meines Fusses maximal 1/3 davon beträgt, also gerundete 74cm2. Bei 85kg Kampfgewicht bedeutet dies pro cm2 1.15kg Auflage oder ca. 11.5 N/cm2.

Gehen wir davon aus, dass meine Schritte gleichmässig auf die Strecke verteilt sind (was durchaus Sinn macht) und der Rundkurs von 10m in einer Breite von 2 Fussbreiten von durchschnittlichen 8.5cm benutzt wird (nehmen wir zusätzliche 5% Varianz dazu, da ich ja nicht immer ganz genau gleich laufe), so ergibt sich auf der Rundkursfläche von 10m x 0.18m eine durchschnittliche Belastung von 144N/cm2 bis Ende Jahr.
Durchschnittlich und vor allem Zusätzlich zur allgemeinen Belastung!

Nun ist es ja so, dass Fussböden eine gewisse Anzahl Jahre benutzt werden müssen bevor sie vom Vermieter ersetzt werden. Ich mag mich jetzt noch dunkel daran erinnern, dass es da eine Basler (oder Berner) und eine Zürcher Liste gibt, welche unterschiedliche Laufzeiten definieren.

Meine Frage lautet nun also: Soll ich den Boden verstärken oder muss ich meinen Verwalter darüber informieren, so, dass er die Laufzeit kulanterweise herabsetzt (ich würde jetzt spontan die Zürcher Liste als Referenz benutzen)?

Eine weitere Frage, die sich aufdrängt: Wie sind die physikalischen Eigenschaften (sprich Elastizität oder Druckfestigkeit) unseres Bodens? Weiss da jemand genaueres?

So long, bis zur nächsten Denkstunde 😉

Bewegtes Bad

Ich habe heute mein erstes Bad seit mehr als sechs Wochen geniessen können. Aber dazu musste ich noch ein Hindernis überwinden. Die Kleine schläft ja bekanntlich nur wenn die Hängematte schaukelt. Also musste ich die ganze Konstruktion ins Bad rollen und von der Badewanne aus die ganze Zeit die Hängematte in Bewegung setzen.

Aber was solls, es hat trotzdem sehr gut getan. Und vor allem erscheint mir die Badewanne jetzt so ohne Babybauch sehr viel grösser!

Tagebuch unserer Kinder