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Das nicht stille Stillen

Das Stillen klappt noch nicht ganz so wie es sollte. Statt Saugen willst du lieber Beissen.

Fazit: eine blutende Brustwarze und viel Geschrei. Gestern hat es bis jetzt einmal geklappt. Wir waren schon ganz stolz auf Dich. Aber am Abend hattest Du schon wieder vergessen, wie Du das am Nachmittag gemacht hattest. Tja.

Dann bin ich Dich dann halt mal Wickeln gegangen. Zum ersten Mal! Bisher wurdest du immer von den Schwestern oder von Alain gewickelt. Du hast mich auf eine Bewährungsprobe gestellt. Nicht nur dass Du geschrien hast wie am Spiess, nein Du hast mich doch wirklich angepinkelt. Du warst so sauer, dass das mit dem Stillen nicht geklappt hat. Und Du hast nicht nur mich angepinkelt sondern auch Deinen ach so schönen rosaroten Strampler, der Dir gestern von der Schwester verpasst wurde. Dann bist Du jetzt halt wieder blau. Jetzt pumpen wir halt wieder. Aber das Kuscheln nach dem Trinken finden wir beide als sehr entspannend. Jetzt probieren wir dann Morgen wieder mit Stillen. Irgendwann kriegen wir den Dreh schon noch raus.

Die Geburt

So, endlich schaffe auch ich es, Deinem Blog mal wieder etwas Futter beizusteuern. Jetzt bist Du also da. Es ist irgendwie immer noch nicht fassbar, dass wir jetzt eine Tochter haben.

Es ging unglaublich schnell. Zuerst wartest Du 9 Monate und dann weißt Du heute Mittag ist es soweit. Wir mussten um 9.30 Uhr in der AndreasKlinik sein. Von 6.00 Uhr morgens an durfte ich nichts mehr essen. Also habe ich mir um 5.30 Uhr einen Wecker gestellt, damit ich noch einmal so richtig essen konnte.

In der Klinik wurden wir dann erst mal in ein Zimmer gesteckt, wo ich mich mit dem unglaublich schicken OP-Nachthemd ausgestattet wurde (hinten offen, etwas gewöhnungsbedürftig). Ich wurde dann schon mal ins Bett gesteckt, da mir noch eine Infusion gesteckt wurde. Dann hiess es warten. Wir wussten zwar, dass wir ca. 11.30-12.30 dran kommen würden, aber das läuft hier wie am Flughafen mit Wartepositionen.

Um 12.45 Uhr war es soweit. Ich wurde samt Bett in den Lift gerollt und nach unten zum Operationssaal gefahren. Dort hatte es an der Türe zur Schleuse oben eine rote Lampe (die Ampel) die erlöschen musste. Nach der Umlagerung auf den OP-Tisch wurde ich auch schon in den OP gerollt wo ich vom Anästhesisten schon empfangen wurde. Die folgenden Ereignisse passierten nun so schnell, dass ich es kaum mehr in Worte fassen kann. Die ganze Operation von der Narkose bis ins Umlagern ins normale Bett dauerte maximal 15 Minuten!

Die Narkose wurde im unteren Rückenteil in die Nervenbahnen gespritzt. Sie konnten mich kaum umkehren als ich schon meine Beine nicht mehr spüren konnte. Plötzlich wurde mir speiübel. Mein Blutdruck sei sehr stark gefallen. Haben sie mir hinterher gesagt. Ich habe nicht gemerkt dass sie unten bereits schon begonnen hatten. Endlich war dann Alain wieder an meiner Seite. Er war kaum da als ihm schon gesagt wurde er könne jetzt schauen, das Baby komme. Dann hörten wir nur noch einen hellen klaren Schrei. Du warst da, und hast der Welt auch schon Deinen Unmut über die Geburt mitgeteilt. Dein Stimmorgan komme also nach der Mutter. Alain wurde dann mit Dir in einen Nebenraum gebracht, wo es eine Wärmelampe für Dich hatte. Dann hörte ich wie sie im OP sagten, der Vater müsse betreut werden, und dann fiel auch mein Blutdruck wieder. Das ist auch ein Empfang! Du kommst auf die Welt und Deine Eltern machen beide schlapp.

Anschliessend wurde ich im Bett wieder in den Lift verfrachtet und es ging wieder hinauf ins Gebärzimmer.

Dort hatten wir dann endlich Zeit Dich kennen zulernen. Du hast ganz dunkle kurze Haare und ein spitzes Nässchen. Es war überwältigend. Aber irgendwie konnte ich es immer noch nicht fassen, dass das Du bist, die seit 9 Monaten in meinem Bauch steckt. Vor allem, weil ich ja meinen Bauch und meine Beine gar noch nicht spüren konnte.

Es tat gut jetzt nicht mehr diese Hektik des OPs zu spüren. Du wurdest dann gewogen und gemessen und Deine Füsse mussten noch als Stempel hinhalten.

Jetzt war es offiziell: Liliane Benedicta Camenzind, geboren am 5. Juli 2007 um 12.49 Uhr, 49cm lang und 3330gr. schwer.

Seither sind nun schon zwei Tage vergangen. Wir haben uns beschnuppert und gewöhnen uns nun als Familie aneinander. Das ist ein tolles Gefühl. Ich bin zwar noch am Leiden, die Operationsnaht, tut doch noch sehr weh, und ich bin in allen meinen Bewegungen doch ziemlich eingeschränkt. Aber langsam wird es besser.

4. Juli 2007

Also jetzt haben wir die Gewissheit. Es liegt nicht an Dir, dass Du spät dran bist. Dein Köpfchen will einfach nicht durch mein Becken passen. Heute hatten wir eine Menge Untersuchungen und Gespräche. Erst war da mal das MRI. Das hat Dir überhaupt nicht gepasst. Es war aber auch ziemlich laut da drin. Glücklicherweise mussten wir nur für 5 Minuten rein. Ich hoffte schon, dass Du dafür danach schön wach seist für das CTG. Aber Irrtum. Bis wir wieder oben in der Gebärabteilung waren, hast Du schon wieder tief und fest geschlafen. Das hiess schon wieder wecken fürs CTG. Und dass das kein einfaches Unterfangen ist, wussten wir ja schon vom letzten Mal. Aber das CTG war sonst in Ordnung.

Dann hiess es mit den Berichten vom MRI und CTG nach Baar zu Frau Dr. Gnos fahren und dort mal eine Runde warten. Als wir dran waren, war es dann schnell klar, dass es wohl besser wäre, wenn wir Dich mit einem Kaiserschnitt auf die Welt holen. Nun ging es nur noch darum einen Operationssaal für morgen zu bekommen. Aber auch das war relativ schnell erledigt.

So fuhren wir anschliessend wieder nach Cham für die Blutentnahme für die Operation und das Gespräch mit dem Anästhesisten. So um halb eins war es dann klar. Morgen um 9.30 müssen wir beide in Cham sein und dann gehen dann die ganzen Vorbereitungen los.

Ich bin schon etwas nervös. Es ist ja schliesslich eine Operation, die uns beide erwartet. Aber das wird schon gut gehen. Ich drücke uns beiden fest die Daumen.

Also dann bis morgen. Wir freuen uns auf Dich

3. Juli 2007

Heute war ich den ganzen Tag müde. Soviel habe ich doch selten geschlafen an einem Tag.

Der Untersuch bei der Gynäkologin hat ergeben, dass es evt. gar nicht an Dir liegt, dass Du noch nicht auf der Welt bist. Vielleicht willst Du ja, aber Dein Kopf passt unter Umständen gar nicht durch mein Becken. Jetzt haben wir zwei morgen früh einen Termin in der Andreasklinik um ein RMI zu erstellen. Da können sie das Becken ausmessen und dann kann Frau Dr. Gnos nachher entscheiden was wir machen. Passt Dein Kopf wirklich nicht durch, gibt es einen Kaiserschnitt. Wenn er eigentlich passen sollte, werden sie mit Einleiten beginnen. Also egal was morgen rauskommt, bald werden wir Dich richtig kennenlernen können.

Also bis bald! Wir freuen uns auf Dich

2. Juli 2007

Jetzt hatte Simone doch ihre ganze Hoffnung in den heutigen Tag gesetzt. Sie hätte Spass daran gefunden ihren Geburtstag mit Dir zu teilen. Wir haben uns überlegt, ob Du wohl auf den 07.07.07 wartest. Könnte ja sein, dass Du ein unvergessliches Geburtstdatum willst.

Heute hatte ich meinen letzten Arbeitstag. Es war ein komisches Gefühl mich von allen zu verabschieden und ihnen einen schönen Sommer zu wünschen. Alle haben ausnahmslos darauf beharrt, dass ich Dich dann baldmöglichst vorbeibringe, damit sie Dich kennenlernen können. Du seiest ja schliesslich das erste Bürobaby einer weiblichen Angestellten seit 40 Jahren Bürogeschichte.

Die Hebamme hat uns heute ziemlich leiden lassen. Erst hat sie Dich für das CTG dauernd wecken müssen (und sie hat das weniger sanft gemacht als ich gestern) und dann hat sie mir die Akupunkturnadeln gesetzt, die doch ziemlich weh getan haben. Ebenso das Stimulieren des Muttermundes fanden wir beide sehr, sehr unangenehm. Das fand ich übrigens nett von Dir, dass Du das mit heftigem Strampeln kommentiert hast. Ich fand mich irgendwie verstanden und unterstützt.

Also jetzt warten wir mal ab, ob die Akupuntur diese Nacht Wirkung zeigt. Evt. lässt Du Dich auch einfach gerne fotographieren, und morgen steht ja wahrscheinlich noch einmal ein Ultraschall an. 🙂

1. Juli 2007

Heute warst Du sehr ruhig. Wir haben uns schon Sorgen gemacht, ob es Dir nicht gut gehe. Wir haben Dich auf die verschiedensten Arten zu wecken versucht, aber Deine Reaktionen waren eher mässig. Fürs Wecken möchte ich mich entschuldigen. Ist wohl nicht so angenehm dauernd beim Schlafen und Erholen gestört zu werden. Sogar das Spital hat nachgefragt, ob es dir und mir denn noch gut gehe.

Aber am späteren Nachmittag hast Du uns dann gezeigt, dass es Dir doch ziemlich wohl ist in meinem Bauch. Es ist wohl langsam etwas eng da drin. Wenn Du Dich bewegst verzieht sich mein ganzer Bauch. Plötzlich ist alles schief und wir können von aussen sehen, wo Du mit Deinen Füssen hinstrampelst und wo Du DeinenPo rausstreckst.

Es war Dir wahrscheinlich auch etwas zu heiss heute morgen. Das kann ich gut verstehen , mir ging es genau so. Wir sind auf jeden Fall zuerst einmal gemütlich ins Heini frühstücken gegangen und haben den Tag mit Wäschewaschen und Erholen verbracht. Und jetzt schauen wir mal, ob Du nach der Akupunktur von morgen evt. mehr Lust hast geboren zu werden.

30. Juni 2007

Heute wäre eigentlich Dein berechneter Geburtstag. Aber Du hast es Dir anders überlegt. Juli findest Du wohl besser. Auch die Akupunktur bei der Hebamme konnte Dich nicht davon überzeugen meinen Bauch zu verlassen

Du hattest zwar mir heftigen “wilden Wehen” zu kämpfen diese Nacht (ich habe auch nicht sehr viel geschlafen) aber Du bleibst standhaft und verweilst noch in meinem Bauch. Vielleicht wolltest Du Deinem Vater seinen Chriesnertag nicht verderben, von dem er doch gehofft hatte, dass er wegen Dir nicht stattfinden würde. Also haben wir den 30. Juni halt auf dem Inkenberg verbracht statt in der Andreasklinik in Cham. Dein Vater bei der Ernte (ihm tut jetzt noch alles weh) und ich beim Verlesen und der Steuereklärung von Deinem Götti.

Jetzt warten wir mal ab, wann Du Lust hast, zu uns raus zu kommen. Wir warten auf jeden Fall schon auf Dich und freuen uns jetzt schon Dich bald in unsere Arme schliessen zu können.