meine Grenzen – Deine Grenzen

Ich bin nachtragend, sehr nachtragend. Ich weiss das und bin nicht sehr stolz darauf. Ich versuche das zu ändern, aber es gelingt mir nicht.

Junior ist ein eher introvertierter Mensch. Der seine geordneten Abläufe und Strukturen braucht und mit spontanen Ideen und Wünschen nicht sehr viel anfangen kann. Das ist grundsätzlich völlig in Ordnung und ich versuche es auch zu respektieren.

Jedoch ergeben sich im Alltag mit drei Kindern und zwei Erwachsenen halt immer mal wieder Situationen, die nicht schon vorher planbar und einfühlsam an Junior herangebracht werden können. Auch sind die “Trotzanfälle” des Kleintjes sehr oft nicht voraussehbar und kommen manchmal völlig unerwartet. Junior kann sich mit seinen sechs Jahren in solchen Situationen völlig verlieren. Es braucht oft nur sehr wenig um ihn aus der Bahn zu werfen. Die falsche Trinkflasche, es klappt nicht sich selber anzugurten im Auto, ich habe den falschen Sonnenhut eigepackt… Die Liste lässt sich endlos erweitern. und eigentlich kenne ich das vom Kleide zur Genüge, aber dort reden wir von einem Zweijährigen. Eine Weile kann ich sein Problem verstehen und ihn in den Arm nehmen oder zu beruhigen versuchen. Ich versuche ihm Alternativen aufzuzeigen oder Kompromisse zu finden. Aber das funktioniert irgendwie selten. Meist kapselt er sich dann komplett ab und will sich keinen Meter mehr bewegen. Bevorzugt mitten auf dem Weg irgendwohin, ich alleine mit den drei Kindern. Er streckt dann beide Arme nach Mama jammernd zu mir hin, wenn ich aber zu ihm gehe, wendet er sich von mir ab.

Ich gerate dann regelmässig in Panik oder einfach in Stress und es dauert dann oft nicht lange, bis ich die Nerven so verliere, dass ich sehr laut werde. Ich hasse mich in dem Moment dafür, aber ich finde dann jeweils nicht mehr aus der Situation heraus.

Junior bräuchte dann eine Auszeit. Zuhause genügt es oft, ihn zu bitten sich in seinem Zimmer zu beruhigen. Ich sitze dann notfalls bei ihm aber lasse ihn möglichst in Ruhe. Nach einer gewissen Zeit ist er dann wieder ansprechbar. Wir können dann zwar nicht über das Geschehene reden, das möchte er nicht, aber er kann wieder normal weitermachen. Für ihn ist die Sache dann vorbei und vergessen. Unterwegs finden wir jedoch noch nicht wirklich eine Lösung.

Ich nage noch lange an seinen Ausbrüchen. Zum einen weil ich meine Reaktion hasse zum anderen weil ich einfach auch nicht so schnell über meine Gefühle während der Auseinandersetzung hinweg komme. Manchmal ist für mich dann der ganze Tag im Eimer.

Ich kann mir dann noch so lange gut zureden und die Sache im Kopf nochmals durchgehen und versuchen einen Schlussstrich zu ziehen. Meine Gefühle lassen sich dann einfach nicht wegsperren und ich bin dann sehr “hässig” auf alles und jeden.

und dann ärgere ich mich wieder darüber, dass ich nicht einfach wieder darüber hinwegkomme. Denn Junior ist so oft ein ganz toller kleiner Kerl, mir gegenüber sehr hilfsbereit und gegenüber dem Kleintje sehr lieb. Er ist so stolz über seine Erfolge und kann sich immer besser ausdrücken. Ich finde es toll, wie er sich mit sich selber beschäftigen kann. manchmal stundenlang, aber auch lange mit dem Kleintje spielen kann.

Ich muss ganz dringend aus diesem Teufelskreis herausfinden, notfalls hole ich mir nun wirklich mal Hilfe!

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