Abende wie diese…

…wo ich hundemüde ins Bett falle, obwohl ich doch eigentlich noch an der Buchhaltung zu arbeiten hätte. Das Wohnzimmer sieht auch noch immer aus, wie wenn da zehn Kinder hausen. Geschweige denn der Wintergarten, der noch immer Zeuge der gestrigen Badepartie der Kinder ist. Flügeli, Wasserbälle und anderes Wasserspielzeug teilt sich den Platz mit den zum Trocknen über die Stuhllehnen gehängten Badetüchern und Badehosen.

Zumindet die Küche ist aufgeräumt, dem Mann sei Dank und die Badezimmer sind auch mal wieder gereinigt.

Ich hatte mir vorgenommen, am Abend etwas mehr Zeit für die Kinder zu haben. Abends sich bei jedem noch hinsetzen und über den Tag reden. Mir die Sorgen und Nöte und aber auch das Gefreute anhören. Faktisch bin ich einfach nur froh, wenn sie im Bett sind und schlafen, denn schon bald wird der Kleinste wieder nach mir rufen und ich werde im Halbschlaf versuchen seine Träume zu verjagen, ihm ein wenig über den Kopf streichen, notfalls einen Schoppen machen oder ihn dann gleich zu mir ins Bett holen.

Am Tag habe ich oft nicht die Zeit wirklich jedem richtig zuzuhören. Denn wenn die Tochter mir etwas erzählen will, ruft meist schon einer der beiden Jungs, weil er vielleicht auf der Toilette sitzt oder sich irgendwo gestossen hat…

Es wäre so schön, jedem Kind mehr Zeit zu widmen. Mit der Tochter mal wieder etwas basteln, Junior bei seinen coolen Legokonstruktionen helfen oder dem Kleintje zuhören wenn er mit den Duplo-Männdli spielt oder ihm bei einem Puzzle helfen. Aber in Wirklichkeit bin ich jedesmal froh, wenn sie sich miteinander oder für sich beschäftigen und ich wieder etwas im Haushalt abarbeiten kann. Auch wenn es meist nachher wieder aussieht wie wenn eine Bombe eingeschlagen hat. Sie lieben es im Moment Hütten zu bauen und dann fast das gesamte Spielzeug da rein zu schleppen.

Und dann wäre es doch einfach auch mal wieder schön, Zeit für mich zu haben. Ein Buch zu lesen oder in Ruhe etwas zu nähen. Oder einfach Zeit ganz in Ruhe mit meinem Mann zu verbringen, ohne dass jemand dauernd dazwischen quatscht oder ein Stapel Wäsche zwischen uns liegt (obwohl ich unsere gemeinsamen Wäschefaltabende auch sehr schätze). Es bleibt einfach immer so viel Arbeit liegen. Und auch wenn ich am Abend nicht mehr die Energie habe, die Arbeit fertig zu machen, es bleibt die Gewissheit, dass da noch viel Unerledigtes herumliegt und das lässt mich nicht entspannen.

Meine Wochenende sind meist geprägt von Sachen erledigen, da der Mann mir Zeit verschafft. Ich weiss, dass ich mir mehr Zeit für mich nehmen sollte. Dass ich das brauche, aber das geht so schlecht, wenn ich all die Berge dauernd sehe. So wusle ich dann die ganze Zeit schlecht gelaunt rum und erledige halbherzig all die Sachen.

Wie löse ich das Dilemma? Auf lange Zeit stehe ich das so nicht durch.

Ich muss mir wohl einfach vornehmen, die unerledigten nicht so wichtigen Dinge liegen zu lassen. Es zuzulassen, dass ein Chaos herrscht, wenn jemand zu Besuch kommt. Die Betten auch mal ungemacht zu lassen, obwohl ich den ganzen Tag zuhause bin. Die Wäsche halt noch ein, zwei Tage länger an der Leine lassen, vielleicht entwickeln wir ja irgendwann ein System und kleiden uns alle in der Waschküche an 🙂

Ich muss mich, unsere Beziehung und die Kinder wieder wichtiger nehmen als den Haushalt.

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