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kleiner Wut-Zwerg

Er sucht seine Grenzen, unser Kleintje.

Es vergeht kein Tag ohne grössere Auseinandersetzungen. Nicht nur mit uns Eltern, nein auch die kleine Madame und Junior werden nicht verschont. Ist etwas nicht gerade so, wie er es sich vorstellt, explodiert er förmlich. Bei den Grösseren hat es doch hie und da mit einem Kompromiss geklappt, aber der Kleintje ist vehement gegen alles. Manchmal auch gegen das, was er gerade vorher noch beharrlich haben wollte.

Das Mühsamste im Moment ist, dass er selber nicht so recht weiss was er will und innert Sekunden seine Meinung dreht. Hin und Her und wieder zurück. Das macht das Leben mit ihm etwas schwierig und unplanbar. Man weiss nie so recht, wie lange man für einen Weg einplanen soll, denn es kann leicht das Vielfache der Zeit beanspruchen.

Der letzten Mittwoch beispielsweise war einer der Höhepunkte in dieser Autonomiephase.

Es waren immer noch Schulferien und wir hatten uns schon lange vorgenommen, dem Möbelschweden einen Besuch abzustatten. Erst frühstückten wir nachdem die Kinder alle recht lange geschlafen hatten. Der Kleintje will zum Frühstück grundsätzlich immer Frühstücksflocken oder einen Joghurt. An diesem Morgen wollte er die gleichen Flocken (Vollkorn ohne Zucker) die Junior im Moment isst. Ich sagte zu ihm, er solle doch erst ein paar wenige probieren, da ich nicht sicher sei ob er sie gerne habe. Ich drehte mich kurz um um die Milch zu holen, da füllte er sich sein Schälchen ziemlich voll. Ich bat ihn doch erst wenig zu nehmen und einen Teil zurückzulegen. Nein, er liebe diese Flocken. Keine Chance er war wie immer dagegen, leerte sich gleich auch noch selber randvoll Milch ins Schälchen nur um dann nach zwei Bissen das Schälchen wegzustossen mit der Bemerkung, dass er es nicht möge und er nun ein Joghurt wolle. Ich wollte ihn erst noch zu mehr Müesli überreden, aber da Junior gleichzeitig gerade seine Krise hatte, weil er sein Movicol-Pulver zum Frühstück nehmen musste, gab ich nach. (Ein Fehler ich weiss)

Dann räumten wir überall auf, zogen uns an, lüfteten und machten uns dann fertig, um in den Möbelschweden zu fahren. Der Kleintje wollte schon nicht aufräumen und verzog sich schmollend in sein Bett, wo ich ihn dann schlafend fand, als ich alle bat sich die Zähne zu putzen und Jacke und Schuhe anzuziehen.

Wecken findet er natürlich sehr uncool (das kann ich sogar sehr gut verstehen) und so wollte er natürlich weder Zähne putzen noch anziehen. Die Tochter konnte ihn dann aber motivieren und wir standen alle bereit vor der Türe, als der Kleintje merkte, dass wir ohne Kinderwagen das Haus verliessen. Er wolle nicht laufen, er sei müde. Ich erwiderte, dass wir ja nur zum Auto laufen müssen, das sei nicht weit. Er warf sich zu Boden und wieder hiess es zuwarten, bis wir ihn wieder soweit beruhigen konnten und zum Auto laufen konnten.

Im Auto dann war sein Autositz auf der falschen Seite und überhaupt wolle er den grossen Sitz, in dem er nun seit einem Monat ganz stolz sitzt, nicht. Er wolle wieder den alten. Wieder dauerte es eine ganze Weile und nur da die Tochter ihm versprach, er dürfe dann die CD im Auto wünschen, stieg er ins Auto ein und liess sich angurten. Junior fand das aber dann doof, weil er die Musik, die der Kleintje aussucht, schon gar nicht hören wolle. Fazit: wir hörten keine Musik und der Kleintje weinte während der Fahrt.

Im Möbelschweden angekommen hatte sich der Kleintje wieder beruhigt. Wir liefen die Rolltreppen hoch und holten uns einen Einkaufswagen. Nun ging die Diskussion los, wo der Kleintje sitzen wolle. Auf meine Frage ob er in den Wagen oder ins Sitzchen wolle, sagte er nein. Ich gab ihm nochmals die zwei Möglichkeiten und sagte ihm, dass er sonst halt laufen müsse. Seine Antwort: nein.

Langsam aber sicher begannen meine Nerven zu flackern. Ich nahm den Wagen und lief mit den beiden Grossen langsam los. Der Kleintje warf sich zu Boden und bewegte sich keinen Meter mehr. Wir warteten bis er sich wieder soweit beruhigte, dass ich ihm die Frage von vorhin nochmals stellen konnte. Er entschied sich für Sitzchen. Nach 5 Minuten bereute er seine Entscheidung schon. Unsere Ankaufstour dauerte ewiglange und so nach zwölf Uhr waren wir dann beim Restaurant angelangt. Ich hatte den Kindern versprochen, dass wir dort zu Mittag essen, was sie immer sehr lieben. Wir suchten uns einen Platz und standen in der lange Reihe an, um unser Essen zu holen. Beim Anstehen fragte ich die Kinder schon mal, was sie denn nun essen wollten. Die grossen Beiden wollten beide Fleischbällchen mit Pommes-Frites. Der Kleintje meinte, die Fleischbällchen möge er nicht, er wolle nur Pommer-Frites. Ich fragte noch zweimal nach und an der Theke hob ich ihn hoch, zeigte ihm die Fleischbällchen und fragte, ob er die wirklich nicht wolle. Nein, er wolle nur Pommer-Frites mit Ketchup. Also bestellte ich das Gewünschte und wir zahlten und gingen an den Platz zurück.

Kaum am Tisch angekommen, jeder bekam seinen Teller vorgesetzt, fragte der Kleintje entsetzt, wo denn nun seine Fleischbällchen seien! Ich erklärte ihm, dass er doch keine gewollt habe, er widersprach vehement. Auch die angebotenen Fleischbällchen der Tochter konnten ihn nicht trösten und er verbrachte die nächsten zwanzig Minuten schreiend und nicht mehr ansprechbar unter unserem Tisch. Wir assen derweil unser Essen (die Tochter legte von sich aus, vier ihrer fünf Fleischbällchen auf die Seite) und wir ignorierten die fragenden Blicke der Umgebung 🙂 nach etwa zwanzig Minuten beruhigte sich der Kleintje wieder und ich kniete mich zu ihm, nahm in in den Arm und fragte ihn, ob er nun seine Pommer-Frites essen wolle.

Er sass an den Tisch und ass seinen Teller, inklusive der Fleischbällchen der Tochter, leer.

Nachher machten wir unsere Einkaufstour noch fertig und fuhren wieder nach Hause. Wiederum das gleiche Theater wegen der Musik im Auto, aber man wird ja abgehärtet mit der Zeit. Nach fünf  Minuten Fahrt war der Kleitnje dann eingeschlafen und wir konnten in Ruhe ein wenig Radio hören.

Zuhause liessen wir ihn noch ein wenig schlafen. Als er erwachte, wollte er Zvieri essen. Er wolle eine Banane. Ich fragte ihn, wie er denn seine Banane wolle. Seine Antwort: Er wolle sie selber schälen und dann mit dem Kindermesser Stücke schneiden. Also gab ich ihm die Banane und er begann sie zu schälen. Beim Schälen brach sich die Banane in zwei Stücke. Er warf sie dann auf den Tisch und meinte weinend, er wolle keine zerbrochene Banane essen, er wolle einen Joghurt.

Ich beharrte darauf, dass er zuerst die Banane essen solle, wenn er dann noch Hunger habe, könne er noch einen Joghurt haben. Es dauerte dann 45 Minuten bis er die Banane essen konnte und sich im Anschluss auch noch den Joghurt einverleibte.

Der Rest des Nachmittags verlief dann bis auf kleinere Auseinandersetzungen der Kinder normal. Aber ich war schon sehr froh, als Alain nach Hause kam, meine Nerven lagen ziemlich blank. Alain schlug mir vor, ich solle doch nach dem Znacht noch schwimmen gehen. Das war eine sehr gute Idee. Durch die Ruhe beim Schwimmen (ich bin dort oft ganz alleine und kann mir nur die Unterwasserbeleuchtung anschalten) war ich nachher wieder ruhig und tiefenentspannt.

Schwimmkursgarderobenhölle!

Die beiden Grossen gehen nun ja immer am Freitag nachmittag in den Schwimmkurs. Und sie machen beide ganz toll mit, was mich bei Pascal schon sehr erstaunt. Ist er ja normalerweise nicht so der Gruppenkurs-Typ. Aber die Leiterin scheint es gut mit ihm zu haben und so bin ich soweit schon ganz glücklich damit.

Wenn denn nicht das Drama in der Garderobe wäre. Denn Pascal will weder Duschen, noch Haarewaschen und schon gar nicht die Haare föhnen. Das Theater das er veranstaltet ist grandios.

Und das kombiniert mit den vielen anderen Müttern und Kindern in der Garderobe, die mir mitleidige Blicke zuwerfen oder einen blöden Spruch landen, einem müden, jammernden Nicolas am Bein und einer Tochter, die dann plötzlich auch findet das Duschwasser sein aber zu kalt, birgt ein enormes Stresspotential für die Mutter.

 

irgendwann nach langem Gutzureden und überzeugen wollen, habe ich Nicolas der heute auch anwesenden Lieblingsnachbarin in die Hand gedrückt, habe Pascal unter die Dusche gestellt (ich war dann halt auch eher nass) und dann schliesslich unter den Arm geklemmt und geföhnt (ich war dann wieder etwas trockener). Dann habe ich Nicolas wieder zurückgeholt und bin in die Umkleide geflüchtet. Aber nun war Pascal natürlich sehr aufgebracht und liess kaum mehr mit sich reden. Wollte getragen aber doch nicht bei mir sein, wollte sich selber aber dann doch nicht alleine anziehen….

Fazit nach etwas mehr als einer Stunde im Schwimmbad, zwar saubere, trockene Kinder, aber eine schweissgebadete völlig entnervte und zornige Mutter, die am Abend ihren ganzen aufgestauten Ärger dem Tennislehrer um die Ohren schlägt!

Ohmmm!

Erst wollte ich das hier nicht notieren, aber ich glaube ich muss es einfach mal niederschreiben, denn dann wird es sicher schnell besser.

Pascal stolpert mal wieder über sich selber. Er verbockt sich immer wieder und kommt dann nicht mehr aus der verfahrenen Situation heraus.

Ich versuche es mal am heutigen Tag zu schildern.

Donnerstag ist Turntag, das heißt das Grossmueti kommt um halb neun und übernimmt den Kleintje damit ich mit Pascal ins Mukiturnen kann. Pascal freut sich immer sehr, wenn sie kommt und will dann eigentlich lieber bei ihr bleiben, statt mit mir zum Turnen zu gehen. Aber da er weiß, dass sie normalerweise dann zum Zmittag bleibt, klappt es dann doch gut mit Losgehen. Heute waren wir etwas spät dran, denn das Anziehen wollte heute gar nicht klappen, er meinte jammernd, er könne das nicht selber, ich müsse helfen. Ich hasse das, wenn er einfach so über mich bestimmt und mir meinen ja eh schon engen Zeitplan komplett über den Haufen wirft. Also habe ich ihm ein wenig geholfen, aber da waren die falschen Anziehsachen bereitgelegt und überhaupt, anziehen ist doof!

Der Weg ins Turnen verlief wunderbar, denn er konnte ja mit dem Trampivelo fahren und da ich ohne Nicolas unterwegs war, habe ich auch schnell mein Velo genommen. Das fand er dann natürlich toll!

In der Garderobe waren nur noch zwei andere Mütter, da wir ja sehr spät dran waren. Ich bat Pascal sich zu beeilen mit umziehen, aber ich hatte die falsche Jogginghose dabei. Das war Grund genug das Umziehen komplett zu verweigern. Mit viel Zureden und mit Mithilfe beim Abziehen klappte es dann aber doch noch (ausser dass niemand seine Unterhosen sehen darf und er sich in der Dusche umziehen will, aber natürlich nicht alleine…)

Also dann rein in die Turnhalle. Zum Turnen muss ich noch sagen, Turnen, Spielen, Klettern usw. findet Pascal toll, aber Singen, im Kreis sitzen oder Tanzen ganz, ganz schlimm.

Den Singkreis hatten wir heute schon mal verpasst und wir mussten nur noch ein paar Sachen aufstellen helfen. Alles lief prima, die Turnstunde war gut vorbereitet und Pascal konnte sich ziemlich austoben. Dann hatte er Durst. In der Turnhalle ist das Trinken verboten. Normalerweise habe ich eine Trinkflasche dabei und er kann nach der Turnstunde trinken. Heute war die Trinkflasche zu Hause geblieben. Ich machte ihm den Vorschlag in der Garderobe am Wasserhahnen einen Schluck zu trinken. Aber das wolle und könne er nicht, meinte er. Aber er habe soooooo Durst, er könne unmöglich weiterturnen. Auf meine Hilfe beim Trinken wollte er komplett verzichten. Fazit, der Rest der Stunde sass er schmollend am Rand.

Zuhause angekommen haben wir mit dem Grossmueti noch ein paar Spiele gespielt. Sie musste jedoch heute früher gehen, da sie noch abgemacht hatte.

Pascal wollte dann noch ein wenig draussen bleiben. Das Grossmueti machte mit ihm noch eine kleine Runde aber musste dann los. Ich konnte nicht raus, da Nicolas in seinem Bettchen eingeschlafen war. Er wollte unbedingt zu den Jungs auf den Parkplatz traute ich aber wohl nicht alleine. mmpf! Grosses Drama!

Er wollte dann nur noch Rumgetragen werden und ich hätte doch Kochen müssen!So gab es schlussendlich halt ein schnelles Mittag, denn zu mehr reichte es nicht mehr.

Am Nachmittag auf dem Weg ins Ballett kann er mit seinem Trottinett nicht auf der bevorzugten Seite des Kinderwagens fahren, weil es auf dem Trottoir zu eng war. Grosses Drama, kein Kompromiss möglich. er bleibt dann einfach stehen und bewegt sich keinen Meter mehr. Dass mich das stresst, brauche ich nicht zu erwähnen, oder?

Irgendwann ging es dann weiter, aber da ich ihn nun immer anstossen musste, war es etwas mühsam. Schliesslich file er auch noch hin und so war das Thema nebenher fahren auch gegessen. Irgendwie haben wir es dann doch noch ins Ballet geschafft und ich bin mit den Jungs auf den Spielplatz. Leider fiel Pascal beim möglichstschnell Kletternwollen vom Kletterbaum und schlug die die Lippe blutig. Nach längerem Trösten sind wir dann noch kurz in den Dorfladen einkaufen und haben dann Liliane abgeholt.

Zuhause dann wieder dasselbe Theater. Pascal wollte noch draussen spielen, aber nicht alleine. Liliane wollte rein. Ich konnte ihn überreden, dass ich in der Küche das Fenster aufmache und er mir immer rufen kann, wenn er mit dem Velo wieder eine Runde gemacht hatte. Das ging solange gut, wie ich in der Küche beschäftigt war. Dann musste ich in die Waschküche. Das war gar nicht gut.

Das Nachtessen haben wir dann überstanden, aber wohl nur, da nun Nicolas die ganze Zeit weinte und Pascal wohl merkte, dass er nun nicht auch noch jammern konnte.

Am Abend durften sie dann länger aufbleiben, da Alain am Abend aus Bratislava zurückkam und sie ihm noch hallo sagen durften. Er hat ihnen etwas mitgebracht. Pascal hat sich sehr über sein Geschenk gefreut, aber dann musste er vergleichen, ob er denn nun weniger bekommen habe als Liliane. (hat er nicht, aber er fand es trotzdem irgendwie ungerecht)

Es ist so harzig geworden im Moment. Mir sit klar, dass es wohl eifersüchtig auf Nicolas ist und nur seine Aufmerksamkeit will. Und ich versuche dem auch gerecht zu werden, aber ich hasse das Gejammer den ganzen Tag und habe oft einfach nicht die Nerven auf stundenlanges Gutzureden für ganz alltägliche Sachen.

Ich gehe dann mal wieder meine Gelassenheit suchen…ohmmm!

 

etwas schwierig

gestaltet sich im Moment der Umgang mit unserem kleinen, grossen Mann.

Er weiss wohl selber nicht so recht was mit ihm ist. und das macht es eben noch schwieriger. Er merkt ziemlich schnell, dass es für ihn nicht passt, dass er es anders haben möchte. Aber er weiss nicht wie.

Er will nicht essen, wenn wir essen, er will nicht dorthin gehen wo wir hingehen, er möchte mit mir kuscheln aber doch nicht bei mir sein. Das Schwierige an der Situation ist, dass er uns davonläuft. Wenn wir nicht aufpassen ist er plötzlich ganz woanders und wir müssen ihn suchen. Sobald wir uns ihm nähern wollen rennt er dann davon. Ohne Rücksicht auf Autos, Strasse oder andere Gefahren. und ich sage Euch, so ein kleiner Vierjähriger ist sehr schnell!

Er kämpft um Aufmerksamkeit. Er will, dass nicht Nicolas im Zentrum steht. Schwierig für den kleinen Mann. Schwierig für uns.

(Was aber toll ist an der ganzen Sache, seinem Verhältnis zu Nicolas tut es keinen Abbruch. Er liebt seinen kleinen Bruder über alles und möchte ihn am liebsten den ganzen Tag herzen und kuscheln.)

der kleine Mann und die kleine Madame

ich wollte schon lange mal über unseren kleinen Mann berichten. Er hat seine Trotzphase wohl überstanden und ist einfach grossartig im Moment. Er hilft mir überall und plaudert den ganzen Tag. Sei es mir Sachen hochzuheben, mir aufzuhelfen oder einfach kleine Gefälligkeiten zu erledigen, er macht es gerne. Am Wochenende, wenn er so gegen sieben Uhr erwacht, kommt er zu mir ins Bett und kuschelt sich noch eine Weile zu mir. Er liegt dann mit dem Gesicht zu mir und streichelt mir immer mal wieder sanft über die Wange oder gibt mir ein Küsschen, und das alles ganz zart. Einfach herrlich! Gut irgendwann will er dann seinen Schoppen, aber so eine halbe Stunde geht das locker.

Essen tut er fast alles und mit grossem Appetit. und er macht es schon ganz toll mit Löffel und Gabel. Einzig die Windelabgewöhnung und die Nuggiabgewöhnung zeigen noch keinerlei Früchte. Er hat null Interesse aufs WC oder auf Häfi zu gehen und ohne Nuggi zu schlafen ist noch unmöglich. Aber er hat uns versprochen, wenn er dann vier werde, dann sei er dann soweit 😉

Ich denke, das ist für Liliane nicht einfach im Moment. Pascal räumt motiviert das Spielzimmer auf, isst seinen Teller meist mehrfach leer, ist gut gelaunt und plaudert die ganze Zeit. Während sie immer mal wieder mit mir aneckt, weil sie permanent nein sagt und so gar nicht über ihren Schatten springen will. Trotzdem haben es die beiden sehr oft ganz gut miteinander. Liliane gibt sich oft Mühe und zeigt Pascal die verschiedensten Sachen. Sie hilft ihm beim Anziehen, wenn sie raus möchten. Oder spielt am Sonntag morgen noch mit ihm, bis wir auch aufstehen.Trotzdem gib es halt immer wieder Auseinandersetzungen und meist zieht Pascal dann den Kürzeren.

Das Kindergartengespräch verlief übrigens grossartig. Die kleine Madame ist sehr beliebt, sehr selbstständig, zeigt ein grosses Sozialverhalten ist immer fair und setzt sich für ihre Gspänli ein. In allen Belangen ist sie schon gleich weit, wie ihre Kindergartengspänli, die schon im zweiten Kindergartenjahr sind. Man merke halt auch die Krippe und das so gelernte selbstständig Arbeiten. Trotzdem ist von Einschulung aus der Sicht der Kindergärtnerin noch nicht die Rede, was ich sehr begrüsse. Sie brauche das Jahr noch, um noch etwas zu reifen und selbstbewusster zu werden. Im Kindergarten zeigt sie übrigens keinerlei aggressives oder freches Verhalten. Ich war ganz stolz und gerührt wie gern sie sie haben. Beide Kindergärtnerinnen lieben die kleine Madame sehr und das merkt Liliane natürlich.

Jetzt sind wir ganz gespannt, wie die Beiden dann auf unser fünftes Familienmitglied reagieren. Es dauert ja nun wirklich nicht mehr lange und wir freuen uns schon alle sehr.

 

die kleine Madame

freut sich aufs Baby, das steht ausser Frage. Hatte sie doch schon lange vor der Schwangerschaft gehofft und gebetet, dass es noch ein Baby gäbe. Für sie war klar, ohne drittes Kind, sind wir nicht komplett. Und nun so kurz vor der Geburt freut sie sich schon riesig auf das kleine Wesen.

Und trotzdem ist irgendwie der Wurm drin. Ich kann nicht genau sagen, wo er vergraben ist. Es gibt wohl einige Stellen, an denen wir uns reiben. Sie ist im Moment auf der einen Seite sehr, sehr empfindlich, auf der anderen Seite aber dafür “rotz”frech. Auf jede Bitte oder Zurechtweisung folgt ein sehr frecher Spruch. Die Mittagessen mit Ihr sind im Moment ein dauernder Kampf. Aufräumen ein Ding der Unmöglichkeit. Sie schnappt extrem schnell ein und macht aus einer Mücke einen Elefanten. Mit Kritik kann sie gar nicht umgehen aber fordert uns dauernd heraus. Und dann ist sie dann trotzdem sehr liebesbedürftig, vorallem bei Alain.

Sie kann ganz wunderbar mit Pascal spielen, aber plötzlich kehrt es und sie wird richtig gemein zu ihm oder macht ihn einfach nur noch lächerlich, was ihn dann sehr zornig oder aber einfach sehr traurig macht. Das artet dann entweder in beidseitigen Schlägen oder aber einfach in Weinen von Pascal aus.

Ich schaffe es aber irgendwie im Moment auch nicht an die ran zu kommen. Ich spüre sehr wohl, dass sie einfach etwas Nähe und Zuwendung braucht. Und versuche es auch immer wieder. Aber entweder ist die Situation dann jeweils so verfahren, dass ich es nicht schaffe sie einfach in den Arm zu nehmen oder sie steigert sich so in etwas rein, das man einfach nicht mehr an sie ran kommt.

Bisher konnte ich mich eigentlich immer auf sie verlassen. Wenn sie etwas versprochen hat, was sie jeweils von sich aus macht, dann hat sie sich daran gehalten. Jetzt kann sie ganz plötzlich, ohne mit der Wimper zu zucken, alle Versprechen brechen. Oder mich teilweise einfach ignorieren.

Ich bin mir bewusst, das es im Moment nicht einfach für sie ist. In zwei Wochen wird sich hier viel ändern und sie weiss noch nicht, wie es dann sein wird. Das wissen ja nicht mal wir. Und im Kindergarten ist sie wohl auch immer gefordert. Diesen Mittwoch steht ein Elterngespräch im Kindergarten an. Ich bin schon ganz gespannt, wie die beiden Kindergartenlehrpersonen unsere kleine Madame sehen und mit ihr umgehen. Ich erhoffe mir viel von dem Gespräch. Ist es doch eine ganz andere Sichtweise auf unsere Tochter.

Ich nehme mir für die beiden letzten Woche vor der Geburt noch vor, mehr auf die kleine Madame einzugehen. Viel ruhiger und gelassener zu reagieren und mich mehr in ihre Situation zu versetzen. Vielleicht kann ich sie dann wieder besser verstehen und mit ihren Wutausbrüchen besser umgehen. Vielleicht schaffe ich es so, das es nicht immer zu diesen Ausbrüchen kommen muss. Etwas Ruhe und Gelassenheit würde uns gut tun, denn Trubel gibt es dann ab der Geburt genug, denke ich.